Weitere Termine für März 2021

Als Death in Custody Bündnis verweisen wir hier auf eine Reihe von Veranstaltungen, die sich auf dem 15 (Internationaler Tag gegen Polizeigewalt) und dem 18 März (Internationaler Tag für politische Gefangene) beziehen.
Besonders möchten wir auf unsere Podiumsdiskussion am 15.3.21 hinweisen. Genaue Uhrzeit und (digitaler) Ort ist noch unklar, wird aber zeitnah ergänzt.

So. | 14.03. | 16h | Veranstaltung
Gar lächerlich? Adbusting mit Polizei und Militär.
Infos: plakativ.blackblogs.org

Mo. | 15.03. | Podiumsdiskussion
Rassistische Polizeigewalt: Kurz- und langfristige Handlungsmöglichkeiten. Für solidarische Auswege!
Mehr Infos werden bald hier auf dem Blog folgen.

Di. | 16.03. | 19h | Veranstaltung
Free Mumia Abu-Jamal. Hintergrund und aktuelle Entwicklung.
Infos: das-mumia-hoerbuch.de

Do. | 18.03. | 18h | Kundgebung
Freiheit für Pablo Hasél und alle anderen politischen Gefangenen.
Infos: antifa-nordost.org

Do. | 18.03. | 20h | Veranstaltung
129b und die Verfolgung der kurdischen Linken.
Infos: berlin.rote-hilfe.de

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus finden vom 15.03. bis 28.03. Veranstaltungen und Aktionen statt.
Infos: aufstehen-gegen-rassismus.de

Für den 20.03. gibt es Anmeldungen von Reichsbürgern und Nazis in Berlin. Beteiligt euch an den Gegenprotesten!
Infos: berlingegenrechts.de

Demoaufruf vom Gemeinschaftlichem Widerstand für den 19.03

Zusammen mit Gemeinschaflticher Widerstand, rufen wir zur Demonstaion am 19.03.21 in Berlin auf, gegen den institutionalisierten Rassismus in Polizei und Justiz, das Knastsystem und die Kriminalisierung von linken und emanzipatorischen Bewegungen.
Wir teilen hier deren Aufruf unser eigener wird in kürze Folgen:

Aufruf zur Demo gegen Repression, Polizeigewalt und Knast in Berlin

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Polizeigewalt (15. März) und des Internationalen Tages der politischen Gefangenen (18. März) rufen wir als Berliner Bündnis der bundesweiten Kampagne „Gemeinschaftlicher Widerstand“ zusammen mit „Death in Custody“ zur Demo auf. In zahlreichen Städten sind in dieser Woche Aktionen geplant. Am 18. März ist zudem der 150. Geburtstag der Pariser Kommune, der revolutionären Selbstorganisierung Pariser Arbeiter*innen. Gehen wir auf die Straße, gegen Repression, für neue Kommunen!

Kommt zur Demo am Freitag, den 19. März, um 17:30 Uhr zum U-Bahnhof Turmstraße – gegen die Kriminalisierung von linken und emanzipatorischen Bewegungen, das Knastsystem und den institutionalisierten Rassismus in Polizei und Justiz!

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DIC Redebeitrag vom 20.02.21 – Antifaschistische Demo in Gedenken an Hanau

Am 20.02.21, versammelten sich tausende in berlin um den Opfern von Hanau zu gedenken, aber auch für Aufklärung, Konsequenzen und Veränderungen zu kämpfen. Wir veröffentlichen hier unseren Redebeitrag:

Liebe Genoss*innen,
ich möchte mit einem Zitat aus dem Schlusswort der am 14. Februar veröffentlichten Anklage der Angehörigen, Freund*innen und Überlebenden aus Hanau beginnen.
Ich zitiere:
Wir erwarten, dass die Landesregierung Hessen die Verantwortung übernimmt für das Versagen vor, während und nach der Tat. Damit Hanau wirklich die Endstation wird. Wir haben in all unserem Schmerz immer wieder gesagt, laut und leise und mit all der Unterschiedlichkeit unserer Stimmen: wir brauchen lückenlose Aufklärung. Wir brauchen Konsequenzen. Wir werden keine Ruhe geben.
Zitat Ende.

Als Death in Custody Kampagne schließen wir uns den Forderungen an und verlangen, dass alle involvierten und verantwortlichen staatlichen Institutionen und Akteure auf allen Ebenen zur Rechenschaft gezogen werden. Sie haben alle die in der Anklage aufgelisteten Fragen, Unklarheiten, Fahrlässigkeiten, Fehler, Demütigungen und den wiederholten Rassismus zu verantworten.

Ein Jahr nach dem Anschlag zeigt sich der Staat wieder nicht gewillt, Konsequenzen zu ziehen um Rassismus aufzuklären oder gar zu bekämpfen. Doch wen überrascht dies noch? Warum sollte auch die Polizei und die Justiz Menschen schützen, welche sie selbst angreifen?

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Kundgebung am 28.02: In Gedenken an die Opfer rassistischer Polizeigewalt – Die Polizei beendet keine Konflikte, sondern Leben

Stell dir vor du sitzt in deiner Wohnung und bekommst mit, dass es in der Wohnung nebenan Streit gibt. Das Ganze lässt dir keine Ruhe und so gehst du sogar vor die Tür, um nachzuschauen was da vor sich geht. Du stellst fest, dass es in der Wohnung nebenan einen Streit gibt, traust dir aber nicht zu, einzugreifen. Dennoch möchtest du auch nicht einfach so tun, als ob nichts ist. Also rufst du die Polizei an und meldest den Konflikt. Wenige Minuten später erscheinen die Beamt:Innen und du denkst dir, dass nun endlich jemand da ist, um den Konflikt zu beenden.

Doch viel zu oft deeskaliert sie keine brenzligen Situation, sondern befeuert diese. Sie schreit auf die Leute ein, bedroht sie, nutzt Pfefferspray, Schlagstöcke oder ähnliches, fixiert Menschen, drückt sie zu Boden und in manchen Fällen kommt auch die Schusswaffe zum Einsatz. Es besteht also jederzeit die reale Gefahr, dass bei jedem Polizeieinsatz Menschen verletzt oder gar umgebracht werden. Die Polizei beendet also keine Konflikte, sondern Leben!

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DIC Redebeitag vom 15.02.21 – Kundgebung von Young Struggle Berlin

Am 15.02.21 organisierte Young Struggle Berlin eine Kundgebung vor dem Rathaus Neukölln in Berlin, um auf die Schnittstelle zwischen Nazis und Staat aufmerksam zu machen. Wir veröffentlichen hier unseren Redebeitrag:

Liebe Genoss*innen,

ich grüße euch im Namen der Death in Custody Kampagne. Seit 1990, sind in Deutschland mindestens 216 Morde mit rechten, faschistischen oder nationalsozialistischen Motiven bekannt. Mindestens 216. Die beiden letzten Jahre, durch die Anschläge in Halle und Hanau sind für viele als eine art Höhepunkt rassistischer Gewalt in Erinnerung geblieben. Doch so schmerzhaft diese Jahre waren, vor allem für die Hinterbliebenen und Angehörigen der Opfer, so hat diese tödliche Gewalt, seit 1990 eine durchgehende Kontinuität. Und Sie ist systematisch und ist nicht, wie so oft gerne dargestellt, das Resultat vereinzelter Täter*innen die alleine Morden. Sie ist systematisch, weil sie von mehreren Faktoren abhängig ist. So zum Beispiel

…Von aktiven Unterstützungsnetzwerken, die Waffen, Informationen, Geld und andere Hilfen für die Tat besorgen,
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Redebeitrag (7/7) vom 23.01.21 – Criminals for Freedom

Am 23.01.21, haben sich etwa 200 Menschen versammelten, um dem im Knast Moabit Ermordeten Ferhat Mayouf zu gedenken. Ihr findet alle Redebeiträge auf unseren Blog. Hier der von Criminals for Freedom:

(Der Beitrag wurde auch aufgenommen und ist hier zu hören)

Vor genau einem halben Jahr wurde hier, im Knast Moabit, Ferhat Mayouf ermordet. Seine Zelle brannte in der Nacht vom 23ten Juli, er schrie um Hilfe, doch die Wärter*innen öffneten ließen ihm am Feuer sterben. Nun sagen sie, es wäre Selbstmord gewesen. Sie sagen, sie hätten angeblich nichts tun können, weil die Zellentür zu heiß gewesen wäre, um Ferhat aus den Flammen zu befreien.

Wir kennen Morde wie diese schon – Ferhats Tod erinnert an den von Oury Jalloh, welcher ebenfalls in einer Zelle im Bullenrevier in Dessau verbrannte. Und auch hier schwafelt die Justiz von Selbstmord, auch hier entziehen sie sich nicht nur der Verantwortung, sondern vertuschen einen rassistischen Mord!

Es wurde heute schon oft betont, aber wir müssen es immer wieder lautstark sagen: es gibt keinen Selbstmord im Knast! Menschen sterben nicht in den Knästen, weil sie sich selbstbestimmt dazu entschlossen haben. Sie sterben, weil das Knastsystem sie dazu zwingt, zu sterben, und Menschen gezielt ermordet!

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Redebeitrag (6/7) vom 23.01.21 – Rote Hilfe Berlin

Am 23.01.21, haben sich etwa 200 Menschen versammelten, um dem im Knast Moabit Ermordeten Ferhat Mayouf zu gedenken. Ihr findet alle Redebeiträge auf unseren Blog. Hier der von der Roten Hilfe Berlin:

(Der Beitrag wurde auch aufgenommen und ist hier zu hören)

Liebe Angehörige,
Liebe Genoss*innen,
ich grüße euch im Namen der Roten Hilfe Berlin!

Wir sind heute hier versammelt um Ferhat Mayouf zu gedenken, welcher am 23. Juli 2020 durch einen Brand in der JVA Moabit ums Leben gekommen ist.
Die offizielle Version verkündete schnell einen Suizid und die Justiz spricht die Knastleitung und die Wärter*innen von jeglicher Schuld oder Mitschuld frei. Dieser Tod reiht sich ein in die vielen anderen sogenannten „Suizide“ in Knästen, Lagern und Polizeigewahrsam, welche am besten schnell in Vergessenheit geraten sollen.

Dass wir uns jedoch hier und heute versammeln um Ferhat Mayouf zu gedenken ist kein Zufall.

Nein, denn wir verdanken es Insassen, die Ungereimtheiten offenlegten, wir verdanken es einem Familienmitglied, welches an dem Suizid klare Zweifel hegt und wir verdanken es auch Genoss*innen in Freiheit, die das kontinuierliche Töten und Morden durch Polizeigewalt in Knästen und an Grenzen nicht mehr hinnehmen wollen.

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Redebeitrag (5/7) vom 23.01.21 – Free Mumia Berlin

Am 23.01.21, haben sich etwa 200 Menschen versammelten, um dem im Knast Moabit Ermordeten Ferhat Mayouf zu gedenken. Ihr findet alle Redebeiträge auf unseren Blog. Hier der von Free Mumia Berlin:

(Der Beitrag wurde auch aufgenommen und ist hier zu hören)

Ferhat Mayouf unvergessen – Free Them ALL!

Nach der Ermordung von Ferhat Mayouf durch unterlassene Hilfeleistung standen wir bereits im vergangenen Jahr vor der JVA Moabit und stellten fest: in einer Institution, in der der freie Wille des Menschen systematisch gebrochen und unterdrückt wird, gibt es keine freie Entscheidung zur Beendigung des eigenen Lebens – es gibt keinen Selbstmord im Knast!

Abschaffung von Gefängnissen und die Definanzierung der Polizei

Knast beginnt für die meisten durch den Kontakt mit der Polizei. Sadismus ist eine der charakterlichen Voraussetzungen zur Ausübung eines Jobs, dessen Berufsbeschreibung grade für jüngere Ränge kritikloses Ausüben von Gewalt gegen Andersdenkende und ausgegrenzte Menschen erfordert. Warum die private und öffentliche „Sicherheitsbranche“ mit ihrer regelmässig angewandten Gewalt z.B. noch immer in gewerkschaftlichen Netzwerken vertreten wird, entzieht sich unserem Verständnis. Noch mehr, dass wir diesen Gewaltapparat mit unseren Steuern bezahlen sollen. Es ist überfällig, die Debatte aus den USA zur Definanzierung der Polizei auch hier aufzugreifen.

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Redebeitrag (4/7) vom 23.01.21 – Migrantifa Berlin

Am 23.01.21, haben sich etwa 200 Menschen versammelten, um dem im Knast Moabit Ermordeten Ferhat Mayouf zu gedenken. Ihr findet alle Redebeiträge auf unseren Blog. Hier der von Migrantifa Berlin:

Liebe Angehörige von Ferhat,
liebe Hinterbliebene und Weggefährt*Innen von Ferhat,
liebe Gefangenen,
liebe Mitstreitende im Kampf gegen Rassismus,
liebe Geschwister im Islam und Liebe Geschwister im Geiste,

zunächst einmal möchten wir euch unser tiefes Beileid aussprechen und unsere Trauer bekunden über den schmerzhaften Verlust unseres Bruders. Und von all den Worten, die Sprache uns zur Verfügung stellt, drehen und winden wir uns, um die richtigen Worte zu finden. Doch wie sollten wir in der Lage sein, die Leere zu fassen, die zurück bleibt, wenn wieder ein Mensch diesem rassistischen System zum Opfer fällt und das Schweigen der Verantwortlichen so laut ist?

Wie auch Oury Jalloh, so wie Amad Ahmad, so ist auch Ferhat Mayouf bei lebendigem Leib in seiner Zelle verbrannt! Im besten Falle haben die so genannten „Sicherheitsbehörden“ versagt und noch vielmehr steht die starke Befürchtung im Raum: Es war Mord! Vorsätzlich! Feige! Heimtückisch! Und wir schwören euch, wir schwören allen rassistischen Mörder*Innen da draußen – ihr werdet mit euren Taten nicht davon kommen.
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Redebeitrag (3/7) vom 23.01.21 – Hände weg vom Wedding

Am 23.01.21, haben sich etwa 200 Menschen versammelten, um dem im Knast Moabit Ermordeten Ferhat Mayouf zu gedenken. Ihr findet alle Redebeiträge auf unseren Blog. Hier der von Hände weg vom Wedding:

(Der Beitrag wurde auch aufgenommen und ist hier zu hören)

Wir versammeln uns heute hier in Gedenken an den vor sechs Monaten ermordeten Ferhat Mayouf in der JVA Moabit. Ferhat Mayouf verbrannte am 23 Juli letzten Jahres in seiner Gefängniszelle hier in der JVA Moabit, Gefangene berichte von Hilfe rufen und von einen nicht einschreiten der Wärter. Die Frage warum Ferhat Mayouf sterben musste und die Wärter ihn nicht halfen, bleibt weiterhin ungeklärt. Gerade diese Unklarheiten reihen sich ein in eine traurige Vielzahl von Todesfällen in Gewahrsam, die durch die Kampagne Death in Custody zusammen getragen wurde. Nach aktuellem Stand der Recherche wissen wir von 179 Todesfällen von Schwarzen Menschen, People of Color und von Rassismus betroffenen Menschen die in deutschem Gewahrsam seit 1990 zu Tode kamen. 179 Todesfälle, die bei weitem unvollständig sind, es ist anzunehmen, dass die Dunkelziffer um  ein Vielfaches höher ist.

Die Todesumstände von Ferhat Mayouf, sowie der nicht vorhandene Wille zur Aufklärung seitens der staatlichen Behörden, wecken traurige Errinnerungen an den Tod von Oury Jalloh, der 2005 in Dessau gefesellt in einer Polizeiwache verbrannt und misshandelt wurde, wie auch an den Tod von Amad Ahmad, der 2018 in der JVA Kleve durch einen Brand in seiner Zelle starb. Laut den Behörden handelt es sich bei diesen Fällen um Suzid, diesen Narrativ gilt es entschlossen entgegen zu treten, gerade die Arbeit der Oury Jalloh Initative hat gezeigt, dass den behördlichen Versionen nicht vertraut werden darf und Aufklärung aktiv behindert wird.

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