Redebeitrag von Kay, Gefangener aus Moabit

Wir veröffentlichen hier einen Redebeitrag von Kay, Gefangener der JVA Moabit. Kay hatte schon für unsere Kundgebung am 23.01.21, in Gedenken an Ferhat Mayouf einen Redebeitrag aufgenommen (mehr dazu: hier). Darauf hin, wurde seine Heizung abgedreht und es folgten Zellenrazzien (mehr dazu: hier).
Eigentlich sollte dieser Beitrag am 20.03.21 abgespielt werden, jedoch kam es wegen internen Missverständnissen nicht dazu. Der Beitrag wurde dafür am 24.04.21, bei der Free Mumia Kundgebung abgespielt.

Zeigt euch solidarisch mit den Leuten im Knast. Kay könnt ihr auch direkt anschreiben, hier seine Adresse:
Kay Schedel, Alt-Moabit 12A, 10559 Berlin.

Wir haben den Beitrag verschriftlich:

Solidarische Grüße an euch, den Demonstranten, sowie nach Hamburg zu meiner geliebten Freundin, nach Oberhavel zu meinen Eltern, nach Flensburg, nach Jena, nach Deutschland, nach Österreich und die Welt wünscht euch Kay aus dem staatlichen geförderten Ferienlager der JVA Berlin-Moabit. Ich möchte mich auf diesem Weg bei euch bedanken, dass ihr alle so zahlreich erschienen seid, um gemeinsam diesem schädlichen, tödlichen und repressiven Status Quo den Kampf anzusagen.

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DIC Redebeitrag vom 24.04.21 – Kundgebung Free Mumia

Am 24.04.21, versammelten sich hunderte Menschen in berlin um an seinem 67 jährigen Geburtstag Mumia Abu-Jamal Freilassung zu fordern, sowie die aller Gefangenen. Free Mumia heißt, free them all.
Wir veröffentlichen hier unseren Redebeitrag:

Liebe Genoss:innen,

wir grüßen euch im Namen der Death in Custody Kampagne.
Mumia Abu-Jamal wird heute 67 Jahre alt, mehr als die Hälfte seines Lebens hat er im Todestrakt verbracht und viele Jahre mehr im Knast, bis heute. Auch ohne offizielle Todesstrafe gab es verschiedene Versuche ihn zu exekutieren, wie durch die mehrfache Verweigerung von lebensnotwendigen Medikamenten. Seine heutige Gesundheit weist klare Spuren dieser verachtenden Praxis auf.
Die tödliche Realität der Knäste in den USA ist kein Einzelfall, sondern hat System. Unternehmen bereichern sich an der Notlage der Gefangenen durch Zwangsarbeit, während die Kontinuität der Kolonialgeschichte und Sklaverei vor allem hinter Gittern spürbar ist. Schwarze, Illegalisierte und Arme werden zu Tausenden durch Justiz und Polizei in Gefängnisse eingesperrt und ausgebeutet. Das selbst erkorene „Land of the Free“ hat weit über 2 Millionen Gefangene. Über 2 Millionen Gefangene, welche auch nach der Freilassung durch gesetzliche und gesellschaftliche Ausgrenzungsmechanismen, sowie traumatisierende Erfahrungen, den Knast nie wirklich hinter sich lassen können.

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Video in Erinnerung an Qosay Sadam Khalaf

Wir teilen hier ein Video, welches bei der Kundgebung am 03.04.21 in Erinnerung an Qosay Sadam Khalaf, aufgenommen wurde. Die Redebeiträge geben uns einen Einblick wer Qosay war und kritisieren nicht nur seine Todesumstände durch die Polizei, sondern verdeutlichen auch das systematische Problem, rassistischer Polizeigewalt.

Wir teilen die Forderung einer lückenlose Aufklärung der Umstände und aller möglichen Konsequenzen, dass sich so etwas nicht wiederholen darf.

Rassistische Polizeigewalt – Kritik und Widerstand

Wir veröffentlichen hier die Podiumsdiskussion, welche am 15.3.21, Internationaler Tag gegen Polizeigewalt, live gestreamt wurde. Leider wurde der Anfang nicht sofort mit aufgenommen, aber keine Sorge, es fehlen nur ein paar Einleitungssätze. Ihr findet das Video auf Youtube und die Audiodatei bei archive.org. Ab der 45 Minute wurde auf die Fragen der Zuhörer:innen eingegangen.

 

Demo Aufruf für den 08.05.21 – Ihr seid keine Sicherheit!

Wir teilen hier den Aufruf von dem Bündnis „Ihr seid keine Sicherheit“:

Ihr seid keine Sicherheit!
Gemeinsam gegen Rassismus und Nazis in den
Sicherheitsbehörden

Der 8. Mai 2021, der Jahrestag der Kapitulation Deutschlands und der Befreiung vom deutschen Faschismus, ist ein Grund zum Feiern. Doch es ist auch ein Tag der Anklage von Rassismus, Antisemitismus und Faschismus. Wir klagen heute das #Polizeiproblem in Deutschland an. Wir fordern: Die konsequente Aufklärung unzähliger rassistischer Vorfälle und die sofortige Entnazifizierung der mit rechtsradikalen Netzwerken und Ideologien durchsetzten Sicherheitsbehörden. Wir sagen: Das ist keine Sicherheit!

Wir Klagen an

Rassistische Polizeigewalt – diskriminierende Kontrollen, Einschüchterungen, Angriffe, Morde und Todesfälle in Gewahrsam – ist in Deutschland an der Tagesordnung. Es geht nicht um tragische „Einzelfälle“, sondern um fest verankerten institutionellen Rassismus gegen Geflüchtete, Schwarze Menschen, Personen of Color, Rom:nja und Sinti:zze. Allein seit 1990 kamen 181 von Rassismus betroffene Menschen in Gefängnissen und Polizeiwachen ums Leben. Plätze und Straßen werden als „gefährliche Orte“ deklariert, wo Menschen of Color
ohne weitere Begründung kriminalisiert werden. Und auch die Grenzen sind für viele Menschen mit Gewalterfahrung verbunden: Verfolgung durch die Polizei, unmenschliche Abschiebungen.

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Kundgebung am 24.04.21: Für die Freiheit – für das Leben

Wir teilen hier den Aufruf von Free Mumia Berlin. Mumia Abu-Jamal ist einer der bekanntesten Gefangen weltweit. Vor allem liegt es an seiner kämpferischen Haltung und dass er immer wieder die rassistische und tödliche Polizei und Justiz Gewalt in den USA analysiert und anprangert. Mumia ist zwar in den USA gefangen, doch sind Rassismus und Knast ein weltweites Problem, welches für tausende Menschen auch in Deutschland bittere und lebensbedrohliche Realitäten sind. Daher lassen wir uns in unseren emanzipatorischen und sozialen Kämpfen nicht durch nationale Grenzen teilen.
Free Mumia heißt, Free Them All.
Daher kommt alle vorbei am 24.04.21 nach Neukölln.


67. Geburtstag von Mumia Abu-Jamal: Free Mumia Free Them All!

Mumia Abu-Jamal wird am 24. April 67 Jahre alt, trotz 40 Jahren Haft hat er 2 Hinrichtungsbefehle und zahlreiche Versuche, ihn durch medizinische Nichtbehandlung zu ermorden, überlebt.

Wir wollen an diesem Tag zusammenkommen um einerseits praktische Schritte für Mumia und allen kämpfenden Gefangenen vorzubereiten und andererseits unsere Kämpfe gegen Rassismus, Faschismus, Polizeigewalt und Ausbeutung (durch Arbeit und Mieten) auszutauschen.

Seit frühester Jugend kämpft Mumia gegen Rassismus, Unterdrückung und staatliche Repression. Erst in der Black Panther Party für Selbstverteidigung afroamerikanischer Communities gegen die damals wie heute tödliche Polizeigewalt, dann in der Selbstverwaltung von Gesundheit und Bildung in armen Vierteln der People of Color und später als Journalist gegen behördliche Korruption und – immer wieder – gegen die tödliche Polizeigewalt.

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Literatur zu institutionellem Rassismus und Tod in Gewahrsam

Bei der Podiumsdiskussion am 15. März kam die Frage nach weiterführender Literatur zu institutionellem Rassismus und Tod in Gewahrsam auf. Deswegen haben wir eine kurze Liste zusammengestellt:

Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (Hg.), 2016, Alltäglicher Ausnahmezustand. Institutioneller Rassismus in deutschen Strafverfolgungsbehörden. Münster: Edition Assemblage

Birgit Mennel / Monika Mokre (Hg.), 2015, Das große Gefängnis. Wien: transversal texts (Download des gesamtes Buches: https://transversal.at/media/pdf/gefaengnis-de.pdf)

ak-Sonderheft Polizeiproblem (Winter 2020/2021), Rassismus und Nazinetzwerke: Warum die sogenannten Sicherheitsbehörden nicht reformierbar sind, bestellbar hier: https://www.akweb.de/sonderhefte/

Angela Davis, 2003, Are prisons obsolete? New York: Seven Stories Press (Download des gesamten Buches: https://www.feministes-radicales.org/wp-content/uploads/2010/11/Angela-Davis-Are_Prisons_Obsolete.pdf)

Daniel Loick (Hg.), 2018, Kritik der Polizei. Frankfurt am Main: Campus-Verlag

Artikel und Themenhafte der Zeitschrift CILIP zu Racial Profiling und institutionellem Rassismus, zum Beispiel hier: https://archiv.cilip.de/Hefte/CILIP_104.pdf

 

Grußbotschaft von Gefangenen

Wir teilen und dokumentieren hier die Grußbotschaft von zwei Gefangenen, Danny und Kay, der JVA Moabit Berlin. Mehr Informationen dazu findet ihr auf der Seite der Criminals for Freedom, welche es als erste veröffentlicht haben.
Den Gefangenen ist es zu verdanken, dass mehr Informationen zu den Todesumständen von Ferhat Mayouf vorliegen. Übrigens, der zweite Sprecher ist Kay, der bei der Kundgebung am 23.01.21 über die Todesumstände von Ferhat gesprochen hat. Daraufhin wurde er erneut Ziel von Repression.
Kay kämpft weiterhin hinter Gittern und lässt sich nicht einschüchtern, muss deswegen aber auch immer wieder viel einstecken. Zeigt euch auch mit ihm solidarisch! Wenn ihr ihm Grüße zukommen lassen wollt, schreibt an:

Kay Schedel, Alt-Moabit 12A, 10559 Berlin.

Das Grußwort wurde nachträglich verschriftlich:

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Dokumentation zu Todesfällen in Gewahrsam geht online – institutioneller Rassismus tötet weiter

Pressemitteilung der Kampagne „Death in Custody“, 15. März 2021

Berichte über Tod in Gewahrsam reißen nicht ab. Am 6. März 2021 starb Qosay Sadam Khalaf in Delmenhorst nach einer gewaltsamen Festnahme durch die Polizei. Der 19-Jährige wurde am 5. März in einem Park von der Polizei verfolgt, die eine Drogenkontrolle durchführen wollte. Die Polizist:innen setzten Pfefferspray ein, schlugen und fesselten ihn. Anschließend brachten sie ihn zur Wache, wo er plötzlich kollabiert sein soll. Am Abend des nächsten Tages starb er im Krankenhaus. Die Polizei spricht von einem „tragischen Unglücksfall“. Doch unter Qosay Sadam Khalafs Freunden ist bekannt, dass Festgenommene häufig auf der Wache zusammengeschlagen werden. Sie vermuten, dass dies zu seinem Tod führte.

In der medialen Berichterstattung wird Qosay Sadam Khalaf zum Täter gemacht. Etliche Artikel übernehmen die Darstellung der Polizei, er habe sich gewaltsam gegen seine Festnahme gewehrt und einen Polizisten geschlagen. Berechtigte Fragen nach den Ursachen, die zum Tod des jungen Geflüchteten geführt haben und Kritik am Verhalten der Beamt:innen werden als „Hetze gegen die Polizei“ diffamiert. Eine Demonstration in Gedenken an Qosay Sadam Khalaf in Frankfurt wurde brutal von der Polizei angegriffen.

All dies ist nicht neu: Von Oury Jalloh, Christy Schwundeck, Hussam Fadl, Matiullah Jabarkhil, Aman Alizada und Mohamed Idrissi wissen wir, dass Opfer tödlicher Polizeigewalt nach ihrem Tod kriminalisiert werden, um die Gewalt gegen sie zu rechtfertigen.

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